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Talmud ArtikelDer Talmud (hebräisch: התלמוד, Belehrung) ist nachdem Tanach, der hebräischen Bibel, das bedeutendste Schriftwerk des Judentums. Er ist sehr viel umfangreicher als die Bibel, vollständige Ausgaben kommen auf fast 10 Tausend Seiten in einem Dutzend Bänden. Es gibt verschiedene Traditionen des Talmud.
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Das Judentum sieht seinen Ursprung in den Moses am Berg Sinai gegebenen Gesetzen, die in der Tora aufgezeichnet sind. Die Erzählungen und Weisungen der Tora wurden von jüdischen Gelehrten kommentiert und zunächst mündlich, dann schriftlich tradiert. Diese Tradition wurde in dem 2. nachchristlichen Jahrhundert in der Mischna (hebräisch: Wiederholung) unter redaktioneller Federführung von Jehuda ha Nasi (genannt Rabbi) gesammelt.
Der Talmud umfasst die Mischna und ergänzt sie durch die kommentierende Diskussion in der Gemara (aramäisch: Lehre, Wissenschaft). Dabei steht die Mischna in heutigen Ausgaben gewöhnlich in der Mitte einer jeden Druckseite und die dazugehörige Gemara ist in kleinerem Druck rundherum angeordnet.
Der Überlieferungsstoff wird der Form nach unterschieden in gesetzliche Bestimmungen (Halacha) und erzählerische oder erbauliche Betrachtungen (Haggada).
Der Talmud liegt in zwei großen Ausgaben vor. Nach Umfang und inhaltlichem Gewicht ist der Talmud Bavli, der Babylonische Talmud das bedeutendere Werk. Seine Anfänge gehen der jüdischen Tradition zufolge auf die Zeit des babylonischen Exils ab 589 v. Chr. zurück, hauptsächlich entstand er jedoch in den relativ großen, geschlossenen jüdischen Siedlungsgebieten, die in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten, nach der Zerstörung Jerusalems durch die Römer, in dem Gebiet des heutigen Iraks existierten. Daneben existiert der erheblich kürzere und weniger wichtige Talmud Jeruschalmi, der in Palästina entstand und daher der palästinische oder Jerusalemer Talmud genannt wird. Wenn einfach vom Talmud gesprochen wird, ist in der Regel der Babylonische Talmud gemeint. Die Endredaktion beider Werke fand um 500-600 n. Chr. statt.
Historisch wurde der Babylonische Talmud von den Rabbinen Abba Areka (genannt Raw) und Samuel Jarchinai (Mar) in dem Jahr 200 n.Chr. in Babylon in der Blütezeit des Judentums dort, 70-500 n.Chr., begonnen.
Im Laufe der Geschichte wurde auch der Talmud wiederum kommentiert. Hier ist vor allem der Kommentar des Rabbiners Schlomo ben Jitzchak , genannt Raschi, aus dem 11. Jahrhundert zu erwähnen, der in heutigen Talmudausgaben gewöhnlich mit abgedruckt wird.
Neben dem Hebräischen ist vor allem Aramäisch Sprache des Talmuds. Der Talmud wird gewöhnlich in den Originalsprachen studiert.
Buch-Tipp: Der Jerusalemer Talmud. Sieben ausgewählte Kapitel. Das Neue Testament der Juden Eine wirklich gelungene Übersicht über den Jerusalemer Talmud. Man lernt etwas über die Geschichte und zur Einordnung gegenüber dem Babylonischen Talmud.
Besonders wertvoll sind die Übersetzungen aus dem Talmud. Man kennt aus der Bibel ja nur, den Vorwurf, daß sie Pharisäer mit vielen Details in Glaubensfragen... |
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In vielen antisemitischen Publikationen finden sich so genannte "Talmud-Zitate", um ein schlechtes Licht auf das Judentum zu werfen. Wenn diese nicht direkt gefälscht sind, sind sie immerhin aus dem Zusammenhang gerissen. In dem Talmud sind nämlich unzählige Diskussionen mit widerstreitenden Meinungen wiedergegeben, als Verschriftlichung der jeweils zeitgenössischen Auslegung der mündlich überlieferten Torah. Dabei werden häufig auch bewusst abstruse Thesen (etwa: "Nichtjuden sind keine Menschen") in die Diskussion geworfen, ca. um sie hinterher zu widerlegen und ad absurdum zu führen. Antijudaisten picken sich nun gerne solche Thesen heraus, verschweigen aber die folgende Widerlegung, sodass ein völlig verfälschter Eindruck über den Inhalt des Talmuds und somit über die jüdische Religion entsteht. Dies ist etwa dieselbe Logik, als wollte man sagen: "In der Bibel steht: Es gibt keinen Gott", weil sich darin der Vers findet: "Die Narren sagen, es gibt keinen Gott."siehe auch: Religion, Judaismus, Glosse, Bibel, siehe die Protokolle der Weisen von Zion, Jiddisch, Ma'assebuch, Rabbi, Iwrith, Antijüdische Stereotypen
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